Bättelmatthorn (17.08.2010)

Das Bättelmatthorn ist ein Wander-3000er, den man leicht von der Nufenenpass Strasse über seinen Ost-Grat, und weniger leicht und sehr ausgesetzt über den schmalen NO-Grat, erreichen kann. Letzteren haben wir im Aufstieg und ersteren im Abstieg begangen. Anfangs der Tour lag noch recht viel Schnee am Berg, der dann sehr schnell weggeschmolzen ist.

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In letzter Zeit ist nicht mehr mit mir zu rechnen. Und das hängt wohl damit zusammen, dass in ein paar Tagen wieder die Schule anfängt, ich mich gewaltig darauf freue und daher mit den Gedanken oft woanders bin, also dort, wo ich mit ihnen sein sollte. Alles hat angefangen mit:


Holzspalten


Gehörst du noch zu den richtigen Männern, oder musst du am Samstag auch Staub saugen, wie ich? Dieser Meinung war ich auch, und fiel bei einer sehr typischen Männertätigkeit, dem Holzhacken, prompt ganz gehörig auf mein M... . Holzspalten ist sehr sexy - jedoch nicht so sexy, wenn man folgenden Ansatz wählt (bildlich): Steig auf einen Tisch, hechte wie ein Taucher auf einen Haufen bereits gespaltenen Holzes, ohne den Sprung irgendwie mit den Händen abzufangen und schau wie du darauf reagierst. In Anbetracht der vielen Rippen und Zähne, die der Mensch besitzt, ist es recht wahrscheinlich, dass dich im Verlaufe dieses Vorgangs ein Holzscheit ungünstig in der Seite oder im Gesicht trifft, und dass du in der Folge während einiger Zeit mit einigermassen schmerzverzehrtem, zumindest traurigem Gesicht in die Gegend schaust. Dies war mein Holzspaltversuch vor ein paar Tagen, den ich aber nicht einmal freiwillig gewählt hatte, sondern der sich aus einer Häufung von ungünstigen Zufällen ergeben hatte. Jetzt ist das Holz gespalten, und ich bin wieder langsam auf dem Weg der Besserung und kann auf andere Spässe hoffen. Übrigens habe ich das Holz für meine Mutter gespalten, und für die ist mir keine Anstrengung zu gross. Erste Schlussfolgerung und Lehre aus der ganzen Aktion: der Mensch hat ganz eindeutig zu viele Rippen und zu viele Zähne. Hätte er nur eine Rippe und einen Zahn wäre die Wahrscheinlichkeit für solche Zwischenfälle viel kleiner, eigentlich praktisch null. Zweitens: In unseren Bergen fällt man höchst selten schmerzhaft auf herumliegende Holzscheite, was zeigt, dass Holzspalten in dieser Beziehung doch um einiges gefährlicher ist als Bergsteigen.


Besteigung des Bättelmatthorns

 


Ich war heute mit Kollegen aus dem Internet unterwegs. Im Voraus war ich einigermassen gespannt, wie so eine Bergtour mit virtuellen Bekanntschaften aus der fernen Stadt Zürich ausgehen würde. Ich war dann überrascht festzustellen, dass auch virtuelle Kollegen genau wie wir Menschen aus Fleisch und Blut Auto fahren, Kaffee trinken und Berge hoch steigen.


Vorgesehen war so eine Art Kennenlern-Tour. Und dazu bot sich das Bättelmatthorn eigentlich geradezu an, ist es doch ein richtiger Wander 3000er. Da ich diesen Gipfel noch nie bestiegen hatte, musste ich denn auch nicht lange nachdenken, als ich von besagten virtuellen Kollegen eingeladen wurde und war sogar froh, mitgehen zu dürfen, hatte ich mir die Gegend am Nufenen sowieso schon lange mal näher anschauen wollen.


Nicht sehr ermutigend war das Wetter am Morgen - landauf und landab nur Nebel, und zwischendurch fielen sogar ein paar Regentropfen auf unsere Windschutzscheibe. So fuhren wir vorerst mal auf den Pass hoch, um uns ein wenig einzustimmen und Kaffee zu trinken.
Später im Anmarsch zeigte sich dann das anvisierte Horn einmal. Es kam mir sehr steil und abweisend vor. Zudem lag zu dieser Stunde noch viel Schnee. Die Verhältnisse kamen mir winterlich vor, und ich glaubte in diesem Moment nicht an eine Besteigung des Bättelmatthorns. Doch wie dem so ist, wenn man näher dran ist, verliert manche Wand an Steilheit. Dies sind aber alles subjektive Wahrnehmungen, die einen ganz gehörig täuschen können. „Hier kann man praktisch überall hochsteigen“ - war meine „intelligente“ Botschaft. Die Idee war, über den Nordost Grat den Gipfel zu erreichen. Dieser Grat wird im SAC Führer als leicht beschrieben. Und den Grat wollten wir über die Wand im Westen von Punkt 2672 anstreben.


So ging lange alles gut. Der Hang bot keine nennenswerte Schwierigkeiten. Es lagen wohl etwa zehn Zentimeter Neuschnee, wenn man aber gut auftrat, konnte man gut Tritte fassen. Und unter dem Schnee lag relativ weiches Material, welches die Trittsicherheit zusätzlich verbesserte. Später ging der Hang aber mehr und mehr in Platten über, und man konnte praktisch nur noch über eine Rinne aufsteigen. Von einem gutgestuften Hang konnte keine Rede mehr sein. Glücklicherweise ging die Rinne bis auf den Grat hinauf. Die letzten zwei Meter waren etwas heikel und verlangten viel Vorsicht. Und dann waren wir auf dem Grat. Leider konnte überhaupt keine Rede von einem leichten Grat sein. Er war zum Teil sehr schmal und bot an mehreren Orten kaum Trittmöglichkeiten. Zudem war er sehr ausgesetzt. Zudem war überhaupt nicht zu beurteilen, ob er bis ganz hinauf begehbar sein würde. Es war fast zu befürchten, dass plötzlich eine unüberwindbare Stelle zu passieren wäre. Da dann an einen Abstieg nicht mehr zu denken gewesen wäre, hätte dies wohl eine Helikopterrettung zur Folge gehabt. Der Neuschnee machte aus dem „leichten“ Grat ein wirklich heikle Angelegenheit.


Für mich selber hatte ich keine Sorgen, denn ich bewege mich hin und wieder in solchem Gelände. Mehr Bedenken hatte ich wegen meiner Begleiter. Diese bewiesen aber ein gute Trittsicherheit und bewegten sich auf dem Grat ohne grössere Probleme.

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