Eggishorn (17.04.2009)
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Das Eggishorn muss im Sommer viele Bergsteiger über sich ergehen lassen. In der Tat ist dieser Gipfel mit der einmaligen Aussicht in einer knappen halben Stunde von der Station Eggishorn sehr leicht erreichbar. Der Blick auf den Grossen Aletschgletscher ist spektakulär. Man sieht bis weit in den Norden und wird von der Jungfrau, dem Mönch und vielen anderen Bekannten begrüsst.
Wer das Eggishorn zur Winterszeit besteigt findet seine Ruhe. Der Grat, der von der Seilbahnstation aus auf den ersten Blick noch etwas abweisend erscheinen mag, ist ohne Probleme mit Skis
begehbar. Die Seilbahnstation selber ist von der Fiescheralp über Pisten erreichbar.
Jetzt geht die Wintersaison in diesem Gebiet endgültig dem Ende entgegen. Am Sonntag sind die Anlagen noch in Betrieb, dann ist für lange Schluss. Wobei die Pistenverhältnisse noch exzellent
wären. Wer die Einsamkeit fürchtet, geht zu dieser Jahreszeit aber am besten nicht mehr Ski fahren. Abgesehen von ein paar Deutschen, Italienern und Slowenen liess sich kaum mehr jemand blicken.
Diesen stand aber die Freude am schönen Wetter und an den wunderbaren Schneeverhältnissen förmlich aufs Gesicht geschrieben. Otto-normal-Skifahrer ist auf den Pisten am ehesten dann anzutreffen,
wenn es draussen schneit und windet und furchtbar kalt ist - und wenn er lange anstehen kann. Dann folgt er seinem Herdentrieb und fühlt sich wohl.
Es war eine Verlegenheitstour. Ich hatte Grösseres und Gröberes vorgesehen und hatte mich auch während Tagen mental auf mein Ziel vorbereitet. Doch dann ist mir meine Kollege kurz vor Tourbeginn
abgesprungen. In einem Anflug bitterer Enttäuschung blätterte ich noch eine Zeitlang in meinem Tourenbuch, musste aber bald feststellen, dass eine kurzfristige Umstellung meiner Pläne und ein
rasches Umkrempeln meiner Gedankenwelt nicht möglich war. Also legte ich mich ins Bett und bereitete mich mental auf einen Tag voller Büroarbeit vor.
Später hatte meine Frau die glorreiche Idee, wir könnten Ski fahren gehen. Und das taten wir dann auch. Schön, dass wir in Naters leben - viele Skigebiete sind von hier aus in kurzer Zeit
erreichbar. Mein Skifahren beschränkte sich auf zwei Abfahrten vom Eggishorn zur Fiescheralp hinunter. Das bedingte natürlich auch, dass ich zweimal mit Fellen aufstieg. Meine Frau tummelte sich
den ganzen Tag auf den wunderbaren Pisten und absolvierte ein Vielfaches der von mir bewältigten Höhenmetern. Ab und zu und immer wieder kreuzten sich unsere Wege. Bei meinem zweiten Aufstieg
hatte sie in der „Horli Hitta“ zu meiner Überraschung schon eine grosse Käseschnitte und Bier bestellt. Und da Bier im Anblick unserer hehren Alpenwelt bekanntlich besser schmeckt als von daheim
mitgebrachter Tee, begann ich plötzlich um meinen zweiten Gipfelerfolg zu bangen. Dies tut aber nur jemand, der die heilbringende und energiespendende Wirkung dieses Getränkes nicht kennt.
| Datum | 17.04.2009 |
| Weglänge | km |
| Höhenmeter | 745 |
| Marschzeit | 2:04 |












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