Glishorn (14.09.2011)

Hier wird hin und wieder von HIKR gesprochen. http://www.hikr.org ist eine bekannte Tourenplattform mit vielen Berichten und Bildern und interessanten Debatten.

 

Glishorn ...  eine typische EmEf-Tour


Viele Leute haben das Ziel, einmal alle Berge zu besteigen, die sie von ihrem Wohnort aus sehen - oder alle, die vom Küchentisch aus sichtbar sind, oder vom Arbeitsplatz. Mein Onkel wollte immer mal alle Schweizer Alpenpässe mit dem Auto befahren. Mein Ziel ist es schon seit langem gewesen, einmal im Leben die Berge zu besteigen, die ich von meinem Bett aus sehe, die ich also als letzte am Abend und als erste beim Aufwachen betrachte, und zwar wollte ich dies genau zwischen vierzehn Uhr null vier und zwanzig Uhr elf an einem vierzehnten September tun. Ein anderes Ziel ist, einmal alle Gipfel zu besuchen, die ich von unserem WC aus nicht sehe. Von diesem Ziel bin ich noch weit entfernt - das erste habe ich heute erreicht. Dazu gratuliere ich mir.

 

Zwischen dem Glishorn und dem Staldhorn liegen noch vier weitere, von meinem Bett aus nicht sichtbare Gipfel, das Fülhorn, das Spitzhorli, das Ärezhorn und das Tochuhorn. Alle sechs Berge sind wandernd gut zu erreichen. Das Glishorn besteige ich immer gerne auf einer Spezialroute. Vom Bahnhof Brig geht man die Bahnhofstrasse hoch bis zur Saltina. Dieser folgt man auf der linken Seite noch bis zur Napoleonsbrücke. Von dort geht es über einen Wanderweg bis zum Wurzukapälli (1271) hoch. Diesem folgt man weiter bis zum Punkt 1398, wo man nach rechts abzweigt, um einen steilen Weg nach oben einzuschlagen. Über Tälwald und Schwarzwald gilt es, auf schmalen Geheimpfaden den Gettelgrabe zu erreichen. Die sehr markante Kanzel 2098 wird dabei links umgangen. Das lange Couloir, das von der Simplon Passstrasse aus sehr gut sichtbar ist, ist relativ leicht zu begehen. Vorsicht eventuell vor von herumstreuenden Gämsen ausgelösten Steinen. Diese (die Gämsen) also unbedingt nicht erschrecken. Es handelt sich hier um ein Wildschutzgebiet. Zur Jagdzeit besteht also keine Gefahr für den ahnungslosen Wanderer.

 

Vom Glishorn aus übersteigt man alle Gipfel leicht. Vom Tochuhorn Gipfelkreuz könnte man auf gutem Weg in die Gälmji-Flanke absteigen. Ich bin dem Nordgrat weiter, wohl bis Punkt 2493, gefolgt. Hier hält man sich gegen Ende etwas links des Grates.

 

Auf dieser Tour überwindet man 2550 Höhenmeter und legt rund 18 Kilometer zurück.

 

Meine Durchgangszeiten:


Glishorn: 2:25
Fülhorn: 3:12
Spitzhorli: 3:19
Ärezhorn: 4:15
Tochuhorn: 4:45
Staldhorn: 5:32
Simplon Blick: 6:07


Als „gewöhnlicher“ Wanderer wirst du vielleicht deutlich länger haben. Ich hatte es etwas eilig und wollte auf dem Pass unbedingt noch das erstbeste Auto erwischen, das mich per Anhalter nach Brig mitnehmen würde. Wie schon so oft hatte ich beim Stoppen grosses Glück - das erste vom Süden kommende Auto hielt an und nahm mich mit.

 

Aus meiner Sicht ist es eine sehr lohnende Tour. Man kann auf die letzten Gipfel auch verzichten und vom Spitzhorli direkt auf den Simplonpass absteigen.

 

Die bestiegenen Berge und Teile der Route hatte ich schon in der Vergangenheit gemacht, auch vom Bahnhof Brig aus. Bei ausgeprägter Bergsucht wird man leicht zum Wiederholungstourer. Motivation (M) für die Tour war aber eine Bemerkung meines Lehrerkollegen gewesen, mit dem ich am Montag klettern gegangen war. Dieser meinte, als ich kletterte, ich hätte Schenkel wie Usain Bolt. Und diese Idee motivierte mich dermassen, etwas für die Erhaltung, beziehungsweise Vergrösserung meiner Muskulatur zu tun, dass ich diese Tour unternahm. Sie war also in erster Linie als T (Training) gedacht. Ich wollte ganz einfach noch usain-boltiger werden. Unterwegs merkte ich dann bald, dass die schönsten Schenkel halt doch die Schweizer haben - so wie es eben in der TV-Reklame heisst. Ups, diese Bemerkung könnte jetzt schon wieder in Richtung Ethnozentrismus und Herabstufung anderer Nationen interpretiert werden. Wir kennen ja die Diskussionen auf www.hikr.org, wo ein User wegen fremdenfeindlichen Äusserungen ausgeschlossen wurde. Denn, wenn ich sage, die Schweizer hätten die besten Schenkel, impliziert das ja unmittelbar, dass die Österreicher, Deutschen oder Holländer weniger gute Schenkel haben. Durch diese Aussage könnten sich also Angehörige anderer Nationen leicht betupft oder sogar verletzt fühlen. Darum entschuldige ich mich mal prophylaktisch für diese Aussage und unterstreiche, dass sie nicht als Beleidigung gedacht war. Zudem haben sowieso die Jamaikaner die schönsten Schenkel. Und, was soll das überhaupt mit diesen Schenkeln - spielt doch gar keine Rolle, was einer oder eine für Schenkel hat.

 

Beim Klettern kam es noch zu einem anderen kleinen Zwischenfall. Meine Frau hatte sich zwischenzeitlich etwas von uns entfernt, um Pilze sammeln zu gehen. Sie hat uns dann nicht gleich wiedergefunden, weil wir in der Zwischenzeit den Sektor gewechselt hatten. Also erkundigte sie sich bei einer anderen Gruppe Kletterer nach unserem Aufenthalt. Diese fragten zurück, ob sie die beiden älteren (!) Herren meine. Meine Frau hat mir dann später das mit den "älteren Herren" hinter vorgehaltener Hand ins Ohr geflüstert, damit dies von meinem deutlich jüngeren Partner nicht gehört würde. Meine Frau wollte ihn nicht irgendwie kränken. S ist nämlich nicht nur sensibel, sondern auch noch ziemlich jung, aber doch schon in einem Alter, wo man langsam älter wird, und wo man zu realisieren beginnt, dass man nicht ewig jung bleibt. Diese Änderung in der Wahrnehmung des eigenen Alters ist bei einigen recht schmerzhaft. Und darum wollte meine Frau nicht, dass S die Bemerkung der anderen mitbekomme. Mich hat sie damit nicht verschont, denn sie weiss, dass ich jetzt viel abgeklärter bin als auch schon, und dass ich weiss, dass das Alter durchaus vorteilhaft sein kann. So haben Forschungen erst kürzlich wieder ergeben, dass ältere Leute in der Regel glücklicher sind als jüngere. Jüngere wechseln plötzlich von jung auf alt und werden ständig älter, wir Älteren wechseln den Status aber nicht mehr, werden wohl auch älter aber bleiben das, was wir schon länger sind, nämlich alt. Ich habe S die Geschichte dann im Lehrerzimmer bei anwesender Kollegenschar erzählt. Tatsächlich war zu beobachten, wie sich S bei dieser Geschichte heimlich eine Träne aus den Augen wischte.

 

Jemand der anwesenden Lehrer, der selber nicht mehr ganz so mobil ist und auch nicht mehr immer sehr agil reagiert, liess irgendwie gedankenabwesend verlauten, dass wir mit unserem Klettern und Extrembergsteigen Raubbau am eigenen Körper betreiben würden. Eine interessante Feststellung, die es sicher verdienen würde, einmal in einer HIKR-Community diskutiert zu werden. Für mich ist es nicht prioritär, das wenige an Kondition, Stehvermögen und körperlicher Schönheit, das ich in mein doch schon beträchtliches Alter herüberretten konnte, nun auf Biegen und Brechen erhalten zu wollen, das heisst, quasi nur noch im Spargang durch die Gegend zu wandeln, um meinem Körper ja nicht irgendwie zu schaden, um damit ein paar Jahre länger leben zu können. Ich lebe lieber auch jetzt wie ein Tiger, Löwe oder Wolf, das heisst einigermassen hochtourig, um immer noch die Intensität des Lebens zu spüren. Möglich das einiges so auf Kosten eines extrem hohen Alters geht. Ich sehe einfach nicht ein, wieso ein Achtzigjähriger auf Alkohol, Tabak und ausschweifende Essgelage verzichten sollte, nur um dann einmal hundertprozentig gesund zu sterben. Der Körper ist doch auch da, um gebraucht zu werden. Mit neunzig werde ich sicher nicht mehr morgens, mittags und abends eine Viertelstunde Zeit aufwenden, um meinen letzten verbliebenen Zahn zu bürsten und zu pflegen. Stattdessen werde ich mich Risikosportarten wie Fallschirmspringen und Canyoning hingeben und über deren Risiken grosszügig hinwegsehen und die verbleibende Lebensspanne voll ausnützen.

 

Einige meinen, dass Tourenberichte keine politischen, sozialen oder zwischenmenschlichen Probleme anschneiden sollten, sondern nur Wegbeschreibungen, Zeitangaben oder Hinweise auf aktuelle Bedingungen enthalten sollten. Das finde ich aber einen sehr reduktiven Ansatz. Dies umso mehr, als jede Tour doch eine Reise ins Innere, in die innere Gedanken- und Phantasiewelt ist. Und wenn ich nicht versuche, diese in einem Tourenbericht in Worte zu fassen, lasse ich ja das Wesentliche weg. Wegbeschreibungen wie "hier links, und hundert Meter später geradeaus, und beim grossen Stein dann rechts" gibt es doch schon mehr als genug. Auch die grossen Gefühle, die man hin und wieder auf bestimmten Gipfeln erfährt, sind schon oft beschrieben worden, auch die prachtvollen Sonnenauf- und untergänge, und erst die grosse Zufriedenheit beim Erreichen des sicheren Talgrundes.

 

Zurück zur Tour! - Wie gesagt, es war eine typische EmEf-Tour (ausgesprochen "EämEäf"). Da ich diese Abkürzung zuvor auch noch nie gehört hatte sondern auf dieser Tour selber erfunden habe, muss ich sie erklären. Denk an das bekannte KiBe, was nichts anderes als "Kinderbergsteigen" heisst - oder an MuKiTu (Mutter-Kind-Turnen), oder VaKiBe (Vater-Kind-Bergsteigen). Hingegen ist mir selber die Abkürzung SöüBe in der einschlägigen Literatur auch noch nie begegnet. Sie könnte aber gut für das Säuglingsbergsteigen verwendet werden. Dieses ist dort zu beobachten, wo Kleinstkinder im Rucksack über Bergwanderwege oder auf Gipfel hoch getragen werden. Auch diesbezüglich könnte eine interessante Hikr-Community eröffnet werden - welches sind deine frühesten Kindheitserinnerungen? - Welche Erfahrungen hast du als Säugling mit Bergen gemacht? - Ich meinerseits kann mich noch gut an mein damaliges Sein im Laufgitter erinnern. Das war vor langer Zeit in der Küche unserer Wohnung in Staldenried. Ob ich da schon Versuche unternommen habe, das Laufgitter zu überklettern, weiss ich nicht.

 

Eine EmEf-Tour könnte eine solche sein, wo man gemeinsam auf Tour geht. Wo er oder sie vor dem Verlassen der Wohnung noch fragt: "Hast du das WC-Fenster geschlossen?" oder: "Hast du das Meerschweinchen gefüttert?" Wo er oder sie schon mal nach unten geht, um das Auto aus der Garage zu fahren. Wo er oder sie dann lange wartet, bis auch sie oder er endlich zur Abfahrt bereit ist. Wo er oder sie nach fünfminütiger Fahrt dann merkt, dass er oder sie dies oder das vergessen hat. Eine EmEf-Tour ist dann eine Tour, wo er oder sie ihr oder ihm die Felle montiert, ihr oder ihm dann immer wieder warten muss und ihr oder ihm schlussendlich den Rucksack bis auf den Gipfel trägt. Dort fällt er oder sie ihr oder ihm um den Hals und sagt ihr oder ihm, wie stolz er oder sie auf sie oder ihn sei. Und aufgrund der besonderen Gemütslage auf unseren erhabenen Gipfeln sagt er oder sie ihr oder ihm etwas, das er oder sie ihr oder ihm schon lange nicht mehr gesagt hat, nämlich, dass er oder sie sie oder ihn liebe. Der langen Rede kurzer Sinn: eine EmEf-Tour ist nichts anderes als eine Ehemann-Ehefrau-Tour. Sollte sich hier jemand hintenangestellt fühlen, könnte man natürlich auch die Abkürzung EfEm-Tour verwenden. Auch dies müsste ausgiebig in einer Community diskutiert werden. Auf alle Fälle möchte ich hier eindeutig festhalten, dass ich mit dieser Abkürzung niemand beleidigen möchte - Machos oder Feministen könnten sich durch das von mir Gesagte tatsächlich leicht gekränkt fühlen. Zudem sei klargestellt, dass ich absolut nichts gegen gleichgeschlechtliche Paare oder solche, die in nicht ganz legalem Status zusammenleben, habe. Sollte jemand entgegen meiner Absicht jetzt trotzdem irgendwie beleidigt sei, so weise ich darauf hin, dass der Gerichtsstand für all das von mir Geschriebene im Wallis ist. Ich möchte auch festhalten, dass ich in der Regel schneller schreiben als denken kann (ich habe damals das Handelsdiplom gemacht) was im Grund vieles entschuldigt.

 

Was ich bisher über die Abkürzung "EmEf-Touren" gesagt habe, stimmt sowieso schon lange nicht mehr - das Gesagte gibt nur die ursprünglich angedachte Idee wieder. Weil meine letzte Tour eben gerade keine EmEf-Tour im obigen Sinne war, hat sich alles um 180 Grad gedreht. Eine "EmEf-Tour" ist für mich ab jetzt und für alle Zukunft eine Tour, wo der Ehemann alleine auf Tour geht, und die Ehefrau daheim bügelt, staubsaugt, kocht, usw. Man sollte, um Missverständnissen vorzubeugen, vielleicht eher die Abkürzung EmtFfs-Tour verwenden - Ehemann tourt - Ehefrau schuftet. Ausnahmefällen wird auch diese Abkürzung nicht gerecht werden, jenen nämlich, bei denen die Ehefrau tourt und der Ehemann schuftet.

 

In letzter Zeit ist auch viel über allerlei Beleidigungen via Internet diskutiert worden. Als im Grunde friedlicher Mensch bin sicher auch ich gegen grobe Verletzungen und Anpöbelungen. So ganz kleine Beleidigungen in einem Bericht machen aber durchaus Sinn. Nehmen wir mal als Beispiel einen Teil von Zaza's eindrücklicher Gipfelliste.

 

Besso 3668m
Üssers Barrhorn 3610m
Inners Barrhorn 3583m
Schöllihorn 3500m
Breithorn / Simplon Breithorn 3438m
Stellihorn 3436m
Grande Dent de Veisivi 3418m
Mettelhorn 3406m
Rheinwaldhorn / Adula 3402m
Blinnenhorn / Corno Cieco 3374m
Stelli 3357m
Platthorn 3345m
Wasuhorn 3343m
Wilerhorn 3307m
Hogleifa 3278m
Basòdino 3272m
Ritzlihorn 3263m
Grauhorn 3260m
Rothorn 3259m
Wildhorn 3248m
Platthorn 3246m
Mattwaldhorn 3246m
Turbhorn 3245m

 

Wie oft habe ich mich schon darum bemüht, diese Liste auswendig hersagen zu können. Vergeblich - eine solche Liste ist einfach nicht nachhaltig. Kaum ist man beim letzten Gipfel angelangt, weiss man die ersten zehn schon wieder nicht mehr. Und dies ist sicher nicht die Idee des Verfassers. Mit kleinen, eingestreuten Beleidigungen kann man sich die Liste viel besser merken. Ich erfinde nichts Neues, ich übernehme einfach Erkenntnisse aus der Hirnforschung (Einbindung der rechten Hirnhälfte). Teste dich selber - die folgende Liste kannst du dir viel leichter einprägen und vergisst du viel weniger schnell.

 

Besso 3668m
Üssers Barrhorn 3610m
Du bist ein Affe!
Inners Barrhorn 3583m
Du Schlange!
Schöllihorn 3500m
Hund!
Breithorn / Simplon Breithorn 3438m
Sie Schwein!
Stellihorn 3436m
Eigentlich bist du ein Kamel.
Grande Dent de Veisivi 3418m
Welche Giraffe!
Mettelhorn 3406m
Ratte!
Rheinwaldhorn / Adula 3402m
Welche Zwetschge!
Blinnenhorn / Corno Cieco 3374m
Apfel!
Stelli 3357m
Platthorn 3345m
Du meine Kuh!
Wasuhorn 3343m
Wilerhorn 3307m
Hogleifa 3278m
Du bist ne Ziege.
Basòdino 3272m
Ritzlihorn 3263m
Sie ist ein Huhn.
Grauhorn 3260m
Rothorn 3259m
Welch ein (Angst-)Hase!
Wildhorn 3248m
Platthorn 3246m
Sie Esel, Sie!
Mattwaldhorn 3246m
Turbhorn 3245m

 

Wenn du jetzt beleidigt bist, ist das wohl dein persönliches Problem, denn ich habe fast nur harmlose Tiernamen verwendet. Du hast eventuell im Biologieunterricht schlecht aufgepasst und meinst, gewisse Tiere seien besser als andere. Dabei sind doch alle gleich gut und nicht schlechter als der Mensch. Du solltest vielleicht aufhören, überall gleich eine Beleidigung zu vermuten. Mit der obigen Liste wollte ich dich nämlich gar nicht beleidigen - ich wollte dir vielmehr ein paar Komplimente machen. Du bist ein Kamel: du bist sehr genügsam, du schleppst nicht literweise Wasser in die Berge. Du bist ein Hund: A dog is man's best friend. Du bist ein Esel: du hast einen starken Eigenwille, und du kannst dich als Tourenleiter gut durchsetzen. Du bist ein Apfel: du bist süss und für mich sehr gesund. Du bist eine Ratte: ... (wozu ist der lange Schwanz überhaupt gut?)

 

Es wurde auch gesagt, dass man keine Witze über Angehörige anderer Nationen machen solle, und dass die Hikr-Gemeinschaft gegebenenfalls korrigierend eingreifen würde. Hier ein Test und ein Witz über Italiener. Zwei Italiener kamen vom Einkauf heim; sie trugen an beiden Händen prall gefüllte Einkaufstaschen und waren ganz stumm … Sie konnten nicht miteinander reden, weil sie ihre Hände nicht brauchen konnten. (Darum sind Italiener in Routen ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad in der Regel kaum zu vernehmen). Als Walliser bin ich in der Deutschschweiz hin und wieder Opfer von Pauschalurteilen geworden. Während der Monate lang dauernden Rekrutenschule hatte ich bald einmal den Übernamen "Krypto" (ein bei den Übermittlungstruppen gängiger Begriff), weil man vorgab, meinen Walliser Dialekt nicht zu verstehen. Bei einem späteren Dienst hatte ich den Namen "Tomatu", weil Walliser Bauern kurz vorher ihre gesamte Tomatenernte in den Rotten geworfen hatten. Darum bin ich wohl etwas abgehärtet. Bergsteiger sollten sich von einem harmlosen Witz nicht gleich aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Wie können sie sonst das Nesthorn oder den Bettladugrat besteigen, wo mitunter viel rauere Bedingungen herrschen.

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