Sidelhorn (11.03.2011)
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VORSICHT auf meiner Homepage: Grosse Stein- und Eisschlag-GEFAHR - HELM sehr empfohlen, jedoch auf Grund der Steingrösse vollkommen NUTZLOS - nichts für Einzelgänger - für Seilschaften Gefahr von Mitreissunfälle quasi vorprogrammiert - extrem schlechter FELS (mehr oder weniger überhängende Geröllhalde!) - praktisch stündlich nicht zu prognostizierende WETTERUMSCHLÄGE (bei meiner letzten Tour minutenlang herabfallende faustgrosse Hagelkörner kurz vor der Schlüsselstelle) - Tour findet in beliebten Übungsgelände der Schweizer LUFTWAFFE statt - zudem führt örtliche Kraftwerksgesellschaft zu jeder unvorhergesehenen Stunde SPÜLUNGEN des knapp oberhalb liegenden Klärbeckens durch - Grosser Andrang an Kletterern am Einstieg und in den Schlüsselstellen (lange WARTEZEITEN, Beschimpfungen und kleinere GEHÄSSIGKEITEN nicht auszuschliessen) - HAKEN meist aus der Pionierzeit (rostig) - Holzkeile wenig vertrauenserweckend - GLETSCHERPLATEAU extrem spaltenreich, Spalten verdeckt und bodenlos, Brücken meist HAUCHDÜNN - Vorsicht sehr aktiver EISABBRUCH oberhalb der Schlussflanke - hier KEINE Sicherungsmöglichkeiten (meist dünne Eisschicht auf aalglatten Felsplatten) - Grosse Wahrscheinlichkeit von beträchtlichen Schneerutschen, sprich LAWINEN - Schlusshang endet talwärts oberhalb einer rund dreihundert Meter tief abfallenden Felswand (stark befahrene Autobahn an deren Fuss - Vorsicht FEIERABENDVERKEHR!). Schlussgrat messerscharf, grifflos (vorhandene Griffe meist speckig und abgegriffen) - GIPFELBUCH vorhanden - Schrift leider oft verschwommen, unleserlich - lesbare Einträge mit vielen RECHDSCHREIPEFELERN - Bleistift leider sehr stumpf - Spitzer nicht vorhanden - Gipfelkreuz stark verwittert - CORPUS CHRISTI stark leidend - SCHLIMMER noch: Gipfelkreuz von irgendeinem fanatischen Atheisten, Gelben, Grünen, Roten oder Blauen entfernt - Aussicht auf Gipfel praktisch NULL (von Italien heraufziehende Nebelschwaden!) - ORIENTIERUNGSMÖGLICHKEITEN daher kaum vorhanden (ja nicht nach rechts absteigen!) - Gipfelgegend stark verpisst (URINSPRINKLER) - würziger Uringeschmack - Bananen- und Orangenschalen praktisch flächendeckend - Abstieg über grasbewachsene Bergflanke, äusserst GLITSCHIG - dann durch dichten Bergwald (Achtung: Vipern und Kreuzotter - Wolfsattacken eher selten, aber auch schon vermeldet) - Handyempfang nicht vorhanden - Helirettung in höchst unwegsamem Gelände daher unmöglich - rotgrüne Pilze am Waldrand sehr GIFTIG (ganze Familienclans schon von bergsteigenden Mitgliedern, die ihren Lieben etwas NETTES von der Tour heimbringen wollten, ausgerottet worden) - der Strasse entlang zurück zum Dorf (HUNDEKOT!) - Zug nach Bern meist verspätet, regelmässig ÜBERFÜLLT - Vorsicht: Lebensrhythmus in Bern extrem verlangsamt - Leute daselbst ÜBERTRIEBEN gemütlich - offenes BIER im örtlichen Restaurant kaum empfehlenswert (bitterer BEIGESCHMACK) - trotzdem: Tour zur Nachahmung sehr empfohlen, Kletterstellen selten schwieriger als II+, Wandern unteres T3 - winters sehr oft nervenaufreibender Helilärm (HELISKIING!) - da Schnee oft miserabel (pourrie, wie der Welsche sagt, abwechselnd Windharst, Bruchharst und tiefer Sulz) kein Grund zum Neid - von der nahen chemischen Industrie der Bergflanke entlang hochziehende Rauchschwaden in der Regel wenig schädlich (SCHWEFELPERROXIDGASE) - bei grossem Pech (höchstens einmal pro Woche) führt Bauer auf Gegenanstieg GÜLLE aus, unbedingt ein paar Minuten Atem anhalten - für weitere Informationen sich wenden an MICH ...
Nachtrag: SERVIERTOCHTER in erwähntem Gasthof eigentlich sehr sympathisch - auch für Vieh auf dem Hof zuständig - VORSICHT beim Bestellen von Rösti und Wurst kurz nach Stalldienst - grosser IRRTUM, beim Zu-Bett-Gehen zu meinen Tour sei geglückt - SICH unbedingt von Frau oder Mann nach gefährlicher ZECKENART absuchen lassen, die im Unterholz lebt (Gefahr, am nächsten Tag total bezeckt aufzuwachen, daher gross) - Frau oder LEBENSPARTNERIN unbedingt noch beschwichtigen, dass man nichts, aber auch gar nichts mit erwähnter Serviertochter, mit ihrem zugegebenermassen sehr verführerischem weil ausgesprochen KUHWARMEM Blick hat (in Anflug von spontan aufkommendem Neid total unbescholtene Bergsteiger im Anschluss an diese an und für sich harmlose Tour von ihren Lebenspartnerinnen oder Lebenspartnern schon meuchlings mit dem Teigroller oder dem herumliegenden Bergpickel erschlagen WORDEN)
Nachtrag zum Wetter: Lange UNTERHOSEN wärmstens empfohlen, da Aufstieg total im Schatten - regelmässig eisige Talwinde (in der Regel gefühlte minus fünfzehn Grad). Da INTERESSE an dieser Tour gross, sich rechtzeitig mit mir in Verbindung setzen - VERSICHERUNG Sache des Veranstalters - Tour zählt übrigens zu den hundert schönsten im Alpenraum - BERGFÜHRER wärmstens empfohlen - Tarife leider UNBEZAHLBAR ...
Nachtrag: Fotos in der Regel unbrauchbar, da nichts zu sehen - Tourenberichte meist sehr langweilig, da alle von gleichen Erfahrungen berichten - Seilpartner und Bergkollegen meist sehr mürrisch, da unzufrieden - selten besteigen sie mit dir nochmals einen Berg ...
Nachtrag zur steilen Flanke: wer hier ausrutscht, abgleitet und über die Kante fällt, landet nach langem freien Fall u.U. auf einem Lastwagen - SCHLIMMER NOCH: schläft er just in diesem Moment ein, erwacht er nach langer Fernfahrt vielleicht in einem entfernten Land weit im Osten, Westen, Norden oder Süden auf - Grosse Gefahr von Menschenhandel, Organhandel oder sogar Mädchenhandel - SCHLIMMER NOCH: Fernfahrer ist vollständig bezeckt oder übermüdet - keine Ruhephasenkontrolle - fährt früher oder später an einem Baum - SCHLIMMER NOCH - Variante A: Zug zurück nach Bern ist überfüllt - schlimmer noch: es gibt gar keinen Zug - Variante B: Es gibt gar keinen Baum - Lastwagen fällt in tiefe Schlucht - schlimmer noch: fällt auf ein riesiges Kontainerschiff nach Zentral-Afrika ...
Nachtrag vom 20. März 2011: Tour sehr lang - Tempo aufgrund oben Gesagtem VERLANGSAMT - Tour findet vor allem winters während vielen Stunden im Dunkeln statt - VORSICHT: Stirnlampen funktionieren wegen erhöhter Radioaktivität selten länger als fünf Minuten (Plutoniumisotope wegen Kernkraftwerk und natürlicher Strahlung) - Wasser aus der nahen Quelle unbdingt NICHT trinken (verschmutzt, Tier- und andere Kadaver!) - Vorsicht: Heimweg führt über drei unbewachte Bahnübergänge (vor allem bei Übermüdung achtgeben) und an Haftanstalt für Schwerverbrecher vorbei - Binen beim Wärterhäuschen sehr agressiv - im Eschenwald FUCHSBANDWURM leider sehr häufig - Abstieg GAR NICHT gelenkschonend - Gelenk Arthrose und Arthritis und Schlimmeres fast nicht zu vermeiden - Tour hat übrigens eine sehr stark aphrodisierende Wirkung - SUCHTGEFAHR daher extrem gross - Behandlungsmöglichkeiten nicht bekannt - ÄRZTE und Psychiater überfordert bis sprachlos, Seelsorger meist nicht zur Stelle - wegen schleichend aufkommender Bergsucht und -abhängigkeit EHEPROBLEME vorprogrammiert - Scheidung oft nicht mehr zu vermeiden.
Zufall? - Immer, wenn ich touren gehe ist das Wetter wunderschön - wohl auch darum, weil ich nur dann touren gehe, wenn das Wetter schön ist. So war auch heute wieder ein Traumtag. Weit und breit keine Wolken, auf dem Gipfel absolut windstill und sehr angenehme Temperaturen. Es ist heuer halt zu warm für die Jahreszeit, mit der Folge, dass einem der Schnee förmlich unter den Skis wegschmilzt. Ein Pfosten auf dem Gipfel des Sidelhorns, der in normalen Jahren nur gerade zwanzig Zentimeter herausschaut, ragt jetzt 2.50 Meter aus dem Boden.
Der Südhang im Goms ist schon weit hoch grösstenteils schneefrei. Glücklicherweise liegt auf den der Sonne weniger ausgesetzten Wegen und Strassen noch so viel Schnee, dass man gut aufsteigen und abfahren kann.
Gemäss SAC Tourenführer „Alpine Skitouren - Waadt - Freiburg - Bern - Band 4“ erfolgt der Aufstieg auf der linken Seite des Rätischbachs: „Von Oberwald (1368 m) über den Rätischbach auf dem Waldweg nach N bis Läger (1729 m), dann zum oberen Waldrand. Nun über Sattelti (1893 m) und Nassbode (2158 m) nordwestwärts bis in die sich von der Triebtenseelicke nach E öffnende Talmulde. Darin nach N abschwenken zum SW-Grat des Sidelhorns und ihm folgend zum Gipfel.“
Ich hatte geplant, dieser Route zu folgen, so wie wir es vor Jahren schon mehrmals getan hatten, musste aber schon ausgangs Dorf feststellen, dass der Schnee ganz böse im Argen lag. So folgte ich nach einem kurzen Blick auf die Karte spontan zwei Tourengängern, die im Begriffe waren, den Weg rechts des Baches unter die Füsse zu nehmen. Der Aufstieg erfolgte also schlussendlich über Bawald und Grimselbode. Hier war ein zügiges Touren ganz gut möglich, obwohl wegen mangelnden Schnees viel Skiportagen nötig waren.
Abgefahren bin ich über die vom Grimselwirt sehr gut präparierte Strasse über Rhonequelle nach Oberwald. Hier waren sehr viele Wanderer und Schlitten-Sportler unterwegs. Die Grimsel scheint im Winter ein sehr lohnendes Ziel zu sein. Ich konnte problemlos bis zurück ins Dorf fahren.
Die Hänge unterhalb des Sidelhorns bieten eine erstklassige Skiarena. Nicht umsonst besteht hier schon seit vielen Jahren ein Liftprojekt. Dies wird aber - glücklicherweise - wohl nie realisiert werden können.
Der Aufstieg ab Oberwald ist mir sehr gut geglückt. Trotz der vielen Skiportagen im Wald und verpasster Spur weiter oben konnte ich meine Zeiten von vor zehn und fünfzehn Jahren enorm verbessern. Liegt es am guten Material von heute, oder liegt es am Alter? - Vielleicht bin ich auch nur darum besser geworden, weil ich früher nie vom Bahnhof Brig aus Anlauf für den Schlussanstieg in Oberwald genommen habe.
Die Wanderung von Brig nach Oberwald mitten in der Nacht wäre traumhaft schön gewesen - sternklarer Himmel, grosse Ruhe, verträumte Dörfer, ... Nur habe ich davon recht wenig mitbekommen, weil ich den Weg grossmehrheitlich joggend zurückgelegt und mich eher auf das Laufen konzentriert habe. Die beleuchtete Kapelle im Ritzingerfeld ist aber jeweils so schön, dass ich dort auch diesmal bewusst ein paar hundert Meter marschiert bin, um die Schönheit des Momentes auf mich wirken zu lassen.
Es ist immer wieder schön, in der Nacht an Bäckereien vorbeizukommen und den Geruch von frischem Brot zu riechen. Schön, dass auch andere arbeiten. Sollte ich beim Bäcker Simeon in Reckingen, den ich beruflich kenne, und der schon den New York Marathon gelaufen ist, reinschauen? - Die Gefahr, als Spinner bezeichnet zu werden, ist zu gross und so gucke ich nur kurz durch die offene Tür hinein. Ein paar Meter später komme ich am Grab meiner hier in den sechziger Jahren verstorbenen Tante vorbei. Wir waren damals ab und zu in Reckingen zu Besuch. Mein Gott, war das eine andere Zeit und Welt!
Das höchste der Gefühle auf dieser Tour habe ich beim Betreten des Wartesaals in Münster erlebt. Du kannst dir gar nicht vorstellen, welche Wonne es war, ein geheiztes Lokal vorzufinden. Ich habe mich während Minuten an den warmen Ofen geschmiegt und nur noch genossen. Nur schon die Tatsache, dass der Wartesaal offen war, war gar nicht selbstverständlich.
Eine längere Pause habe ich auf dem Bahnhof in Oberwald gemacht. Der Stationsvorstand hat mir die Personalkafeteria zur Verfügung gestellt. So konnte ich mich mit Speise und Trank für den zweiten Teil der Reise neu stärken. Auf alle Fälle war dies eine sehr schöne Geste, für die ich in diesem Moment sehr dankbar war.
Ich habe den Gipfel schon kurz nach neun Uhr in der früh erreicht und dann einen einstündigen Aufenthalt daselbst genossen. Die Aussicht auf dem Sidelhorn ist grandios. Schade, dass ich nicht von dort bin und all die Berge somit nicht bei ihrem Namen kenne. Ich hätte wohl auch noch das Gross Sidelhorn besteigen können, doch im Moment steht für mich Qualität eindeutig über der Quantität. Mit dem Sidelhorn habe ich den vorläufig nördlichsten Punkt meines Gipfelprojektes erreicht (Koordinate 156069), dies nachdem ich vor allem lange in NO Richtung gelaufen bin.












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