Brig Eisklettern
Klettern am 19.02.2012
Ich war heute beim Eisklettern, und zwar schon wieder in Brig. Das Eis schmilzt langsam weg, meine Fähigkeiten werden aber wieder besser. Das Auto befindet sich in der Nähe meines Eis-Kletter-Gartens. Es macht einen sehr makaberen Eindruck. Sonst lässt sich in dieser Gegend abgesehen von Reh und Hirsch niemand blicken.
Ich bin übrigens Darsteller, Photograph, Zuschauer und alles in einem, was in dieser Umgebung nicht einmal ganz so einfach ist.
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Klettern am 16.02.2012
Oh!
I scream,
you scream,
we all scream.
I scream for ice cream!
You scream for ice cream!
We all scream for ice cream for I scream for ice cream!
(Ein bekannter Songtext ein wenig angepasst)
Ich selber schreie nicht nach Glacé.
Ich schreie nach richtigem Eis.
Nach so richtig hartem, kompaktem, möglichst senkrechtem Eis.
Früher als Kind wurde ich immer melancholisch, als der Winter begann, sich für ein paar Monate zu verabschieden. Oder ich war sogar froh (und dies pflegte mein Vater jeweils zu erzählen), wenn
meine Mutter nicht bester Stimmung war, weil dies auf einen Wetterumsturz und damit auf bevorstehende neue Schneefälle schliessen liess.
Und jetzt, fünfzig Jahre später, werde ich melancholisch, wenn der schon fast anbrechende Frühling beginnt, das in den letzten Tagen und Wochen hier im Tal entstandene Eis fortzuschmelzen.
In der Tat habe ich in letzter Zeit oft nach bekletterbaren Eisfällen Ausschau gehalten und vor ein paar Tagen wieder einen in nicht allzu grosser Entfernung von meinem Domizil entdeckt.
Er liegt mehr oder weniger genau unserem Haus gegenüber, auf Gebiet der Stadt Brig, etwas oberhalb des Simplon Tunnel Portals. Begib dich vom Bahnhof Brig nach Bitsch und mache bei der neuen
Mineralwasserfabrik Kehrtwendung, dann wirst du ihn, hinter etlichem Gestrüpp versteckt, sicher finden. Von unserem Balkon aus mit dem Feldstecher beobachtet, war es Liebe auf den ersten Blick.
Und er machte einen durchaus festen Eindruck - schien mindestens so stabil zu sein wie die Säulen der Akropolis in Athen - und stabiler als das dortige Finanzsystem.
Um nicht umsonst die ganze Ausrüstung ins Gebiet zu schleppen, machte ich vorerst einen Erkundungsgang ins Gebiet meiner bevorstehenden Lust. Hätte die Schweizer Armee den "Gripen" doch schon
angeschafft, hätte diese Erkundung gut mit den neuen Kampfjets ausgeführt werden können. Du siehst, wir brauchen unbedingt neue Flugzeuge. Ich war nichts mehr und nichts weniger als begeistert -
ich meine natürlich vom Eisfall. Ein Stunde später war ich wieder bis auf die Zähne ausgerüstet am entsprechenden Ort.
Und während ich mich so zum Klettern bereit machte, das Seil entsprechend knüpfte, und die Kamera aufstellte, und auch nicht vergass, meine Haartracht wegen der anstehenden Aufnahmen in die
rechte Form zu bringen, erhielt ich schon mal Besuch von drei kapitalen Hirschen. Diese schienen meine Person irgendwie mit derjenigen eines Jägers in Verbindung zu bringen und machten gleich
Kehrtwendung. Jedenfalls war anzunehmen, dass sie bisher noch keine Erfahrungen mit Eiskletterern gemacht hatten, sonst hätten sie sich das Schauspiel mit mir wohl nicht entgehen lassen. Aus dem
Verhalten der Hirsche zu schliessen kann ich die Begehung dieses Eisfalles wohl für mich als Erstbegehung in Anspruch nehmen.
Ich habe den etwa zwanzig Meter hohen Eisfall mehrere Male bestiegen. Er war nicht überaus schwierig, aber im unteren Teil doch mehr oder weniger vertikal. Eine gute Sache für den
fortgeschrittenen Anfänger. Bei solchen Aktivitäten realisiert man auch bald, dass es nicht falsch war, im tiefsten Winter immer wieder oder gelegentlich Klimmzüge gemacht zu haben.
Der zweite Film ist vielleicht etwas lang geraten. Geniess einfach die Musik, wenn du mit Eisklettern nicht viel am Hut hast. Man sieht aber phasenweise doch, wie man es machen könnte, oder wie
man es nicht machen sollte.
Ein paar Punkte:
- Gute Ausrüstung (meine Eisgeräte sind aber auch 23-jährig, tun aber immer noch gute Dienste).
- Fersen immer eher nach unten drücken.
- Arme zum Ausruhen gestreckt halten.
- Pickel nicht zu fest einschlagen, sonst bringt man ihn nicht mehr heraus.
- Pickel nicht zu wenig einschlagen, sonst hält er nicht.
- Pickel eher nach oben herausziehen, statt hin und her zu rütteln.
- Den besseren Pickel in die schwächere Hand nehmen.
- Pickel eher im Bogen von oben nach unten einschlagen.
- Eis sachte oder mit Gefühl behandeln.
- Gut stehen, oder mit den Füssen klettern.
- Geografie beachten (Lawinengefahr, Steinschlag, ...)












