Klettergarten Naters Baji
Eis-Klettern im Baji am 12.02.2012
Cool diese kühlen Temperaturen! - Fünfzig Meter westlich vom Klettergarten Baji, den ich bekanntlich von meinem PC aus sehe, kann man jetzt Eis-Klettern gehen. Der erstarrte Wasserfall war mir schon vor ein paar Tagen aufgefallen, und heute wollte ich es endlich wissen.
Kurz nach dem Mittagessen ging ich mal ohne Ausrüstung hoch, um mir die Sache aus nächster Nähe anzuschauen. Ich war sogleich begeistert. Ein solcher Eisfall muss einfach beklettert werden!
So stand ich schon weniger als eine Stunde später am oberen Ende des Eisfalls und machte mich zum Abseilen bereit. Bald war ein Baum gefunden, der mindestens mein Gewicht, oder vielleicht auch ein wenig weniger, aushalten konnte. Der Eisfall wird nur von einem kleinen Rinnsal gespiesen. Erstaunlich, dass sich dort in den letzten Tagen so viel Eis aufbauen konnte!
Der erste Aufstieg erfolgte noch recht zögerlich. Aber eigentlich genoss ich die gut zwanzig Meter stark strukturierten Eises schon von Beginn weg. Mit jedem weiteren Aufstieg wird man etwas frecher. Beim vierten Mal wählte ich überall die senkrechten Partien.
Es wird einem gleich bewusst, dass Eis-Klettern eine ganz besondere Disziplin ist. Ein erstarrter Wasserfall ist ja nicht wie eine Gletscherspalte, die von unten bis oben sehr kompakt und pickelhart ist. Heute stiess ich auf viele grosse und kleine Eiskerzen, Hohlräume, dünne Eispassagen und einen originellen Ausstieg. So gilt es halt schon ständig, die Festigkeit der gesamten "Kletteranlage" zu beurteilen.
Zu hoffen, dass es noch ein paar Tage frostig kalt bleibt, so dass man sich weiterhin quasi vor der Haustür auf die hochalpinen Touren vorbereiten kann!
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Wenn es sich im vorliegenden Fall auch nur um eine relativ mickrige und auch nur top-rope-ige Besteigung gehandelt haben mag, so ist es doch sicher eine
E R S T B E G E H U N G.
Es gibt immerhin genügend Gründe dazu anzunehmen, dass noch kein Mensch vor mir diesen Teil der Erde begangen hat, wenigstens nicht in der von mir gewählten Art. Dies realisierend zieht man nach vollbrachter Tat am Einstieg zum Eisfall den Hut vor sich selber und verneigt sich vor seinem Schatten, das heisst, man entledigt sich seines Helmes und hebt die noch herumliegenden Kletterutensilien auf. Ob aber die Tat dereinst in die Analen der Alpingeschichte eingehen wird, entzieht sich meiner momentanen Kenntnis. Und wenn ich es einmal erkannt haben werde, wird es sowieso zu spät sein, weil ich dann zu alt sein werde, um daraus noch irgendwelchen Gewinn abzuleiten. Jedenfalls ist es für uns Bergsteiger an der Zeit, unsere Bescheidenheit, unter der wir doch so sehr leiden, nun ein für alle Male abzulegen. Es ist halt schon so, wie Messner sagt, dass man die Euphorie und das Gefühl, etwas Grosses getan zu haben, erst Tage nach der Grosstat und drunten im Tal fernab vom bestiegenen Gipfel so richtig spürt. Genau mit diesem scharfen Gefühl verliess ich den Ort des Eisfalles auf eine schon fast zickige Art und Weise.
Klettern im Baji am 30.12.2011
Heute Morgen hatte es auf unserer Terrasse hier in Naters schon wieder 20 Zentimeter Neuschnee. Später setzte Regen ein, und Wind kam auf. Genau wie es am Fernsehen prophezeit wurde. Meine Lebenspartnerin verstand es, uns beide zur Mittagszeit mit einem vorzüglichen Fondue bei Laune zu halten. Später störte einer meiner Lehrerkollegen meinen Seelen- und Ferienfrieden beträchtlich, als er mir eine Matheprüfung, die gefühlte dreiundreissig Wochen nach Ferienende stattfindet, zur Begutachtung zustellte. Nochmals etwas später stiess es mir recht süsssäuerlich auf, als mir meine liebe Frau voll Begeisterung, und ohne etwa zu spielen, mitteilte, wir würden Morgen an einen Sylvesterball fahren. Tanzen ist nicht mehr meine bevorzugte alpinistische Tätigkeit. Und so sagte ich mir: Einmal im Tag muss man einfach hinausgehen und etwas Sport treiben. Ich wählte die unter den gegebenen Wetterbedingungen so ungefähr ungeeigneteste Sportart, die man sich vorstellen kann - Sportklettern. Doch ich sagte mir, dass man halt auch in den Bergen hin und wieder auf miese Bedingungen trifft, und dass es nicht schaden könne, sich hier im Tal, wo man jederzeit Rückzugsmöglichkeiten hat, auf eben solche Bedingungen vorzubereiten. Am Weisshorn musste ich schlussendlich dieses Jahr auch irgendwo eine nasses und vereistes Couloir vorklettern - in der Dunkelheit und ungesichert, wohlgemerkt. ... Schon eine halbe Stunde später seilte ich mich über die Route "Efeu" (5c) ab. Der Baum, an dem ich mich für die paar Meter bis zum ersten Stand sicherte, schwankte im Wind ganz beträchtlich. Die Route war natürlich ganz nass, die Griffe teils mit Schnee bedeckt, und hier und dort rann Wasser in kleinen Rinnsalen herunter. Leise fiel wieder Schnee, oder zumindest Regen. Schlussendlich war ich sehr glücklich, als mir die Route auch unter solchen Umständen und in groben Bergschuhen gelang. Und jetzt muss ich wohl diese Matheprüfung lösen gehen, denn Morgen fahren wir an den Ball, und übermorgen wird wohl der Schädel brummen.
Klettern im Baji am 29.12.2011
Bin schon wieder im Baji klettern gegangen. Die Bedingungen waren wieder quasi ideal - fast alles trocken. Dies obwohl es am Morgen noch leicht geschneit und örtlich auch geregnet hat. Im Wallis trocknet halt alles schnell. Damit habe ich punkto Klettern bald mein Jahres-Soll erreicht.
Klettern im Baji am 28.12.2011
Wenn man zu dieser winterlichen Zeit hier in Naters einen Blick aus dem Fenster wirft, würde man sagen: Sportklettern draussen ist jetzt sicher nicht möglich. Draussen liegt einfach zu viel Schnee herum. Auf unserer Terrasse sind es sicher immer noch zwanzig Zentimeter. Während ich hier am PC sitze und diese Zeilen schreibe, muss ich aber meinen Kopf auch nur rund dreissig Grad im Uhrzeigersinne drehen, und schon geht mein Blick zum Klettergarten Baji hinauf. Vorgestern machte die Wand noch einen sehr nassen Eindruck, doch heute schien sie plötzlich trocken wie im Sommer zu sein. Und dies eben obschon auf den Feldern oberhalb und im Wald rechts und links recht viel Schnee liegt. Dreissig Minuten brauch ich zu Fuss von der Haustür bis zu den Abseilständen. Im Baji kann man gut mit dem Jumar toprope klettern. Ich musste fast laut in mich hinein lachen, als ich vor dem Werfen des Seils in die Tiefe noch zwei-dreimal "Achtung Seil!" rief. Ich tat dies mehr aus Gewohnheit oder zur eigenen Belustigung. Es wird doch niemandem in den Sinn kommen, am 28. Dezember im Baji bei diesen Schnee- und Pistenverhältnissen klettern zu gehen. Als ich vor ein paar Jahren in Gspon mitten im Winter und im tiefsten Januarloch, wo sich nun wirklich niemand da oben aufhält, spät abends die Piste hoch joggen ging, um mich ein wenig fit zu halten, begegnete mir tatsächlich ein anderer Jogger in Turnschuhen. Als er mir sagte, dass er sich auf irgendeinen Marathon vorbereite, war das wie das Natürlichste der Welt. Ich musste mich aber ganz gehörig in meinen Allerwertesten kneifen, um sicher zu sein, dass auch ich in Turnschuhen am Joggen war, so unwahrscheinlich war es nämlich, dass unter diesen Umständen und an diesem Ort zu dieser Zeit ZWEI am Joggen waren. Der andere war ja ganz offensichtlich am Joggen - so stark konnten mich meine Augen sicher nicht täuschen. Somit mag es wenig erstaunen, dass ich beim Abseilen bald einmal merkte, dass ich nicht alleine im Baji am Klettern sein würde - nicht mehr und nicht weniger als zwei von Bern hergereiste Männer schickten sich auch eben an, die steile Bajiwand unter die Füsse zu nehmen, und dies mitten im Winter bei idealen Schnee- und Pistenverhältnissen. Die Bedingungen waren aber top. Es war so warm, dass man sogar im T-shirt klettern konnte.
Bilder (28.12.2011)
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Bilder (17.11.2011)
Der Klettergarten Baji von unserer Terrasse aus aufgenommen.
Beschreibung
Diese Kletterwand ist zu Fuss von Brig aus gut erreichbar. Sie bietet ein paar schöne Routen in gutem Fels. Das Gebiet ist sehr beliebt und wegen seiner Süd-Exposition auch im Winter kletterbar.
Man geniesst einen schönen Blick nach Brig und Naters hinunter.
Routen
Die Routen von links nach rechts:
- Alligator (5c+)
- Krokodil (5c)
- Trax (5c+)
- Hidden Line (6a+)
- Efeu (5c)
- Baji Verschneidung (5c+)
- Bambino (6a)
- Crash (6a)
- Kombination Bambino/Crash (5c)












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