Naters - Bruchsteinmauer
Bilder (30.10.2011)
Klettermauer - die Nacht bricht an.
Bruchsteinmauer = Saaser Mauer
Film (30.10.2011)
Die Schwierigkeit der Route eine 2plus höchstens eine 3minus (persönliche Bewertung: EF = extremement facile)
Beschreibung
Im Wallis gibt es viele Bruchsteinmauern. Das sind Mauern, die aus kubikmetergrossen Steinen angefertigt wurden, meistens entlang von Strassen zur Befestigung der Berg- und/oder Talseite. Diese Mauern werden ihrer grossen Steine wegen auch Zyklopenmauern genannt. Und, da sie früher vor allem von Handwerkern aus dem Saastal gebaut wurden, werden sie zu ihrer Ehre auch „Saaser Mauern“ genannt. Diese Mauern eignen sich auch gut zum Klettern, oder besser gesagt: Boldern. Die Schwierigkeit wird sich meistens in Grenzen halten. Aber man kann sie, wie beim Boldern üblich, durchaus erhöhen, indem man eben nicht alle Tritte und Griffe braucht, sondern nur die, welche man will. Zudem kann man auch mit groben Schuhen, mit Steigeisen, oder mit einem schweren Stein in der Hosentasche klettern - dies alles, um den Schwierigkeitsgrad den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Es wird nicht empfohlen, entlang stark befahrener Strassen zu klettern. Bei nur selten befahrenen Strassen ist die Wahrscheinlichkeit klein, dass man just in dem Moment auf die Strasse fällt, wo ein Auto um die Kurve gefahren kommt. Bei einem guten Kletterer ist diese Wahrscheinlichkeit noch kleiner. Ich glaube, das ist der gerechte Lohn für sein gutes Niveau und für seine Bemühungen, möglichst nie hinunterzufallen. Angsthasen können natürlich auch an talseits angebrachten Stützmauern klettern. Dort ist das Risiko des Überfahren-Werdens natürlich nicht vorhanden. Diese Mauern werden aber in aller Regel dort angelegt, wo das Gelände besonders steil ist. Somit hat ein Sturz hier gewöhnlich ein längeres Abgleiten bis in den Talgrund zur Folge. Fazit: ob talseits oder bergseits, beides hat seinen Reiz, aber auch seine Gefahren - und sterben müssen wir schlussendlich sowieso alle.
Die Bruchsteinmauern in der Nähe meines Wohnsitzes haben den Vorteil, dass sie nachts beleuchtet sind, was man jetzt zu Beginn der länger werdenden Nächte nicht genug schätzen kann. Zudem ist das Quartier so still, dass man herannahende Autos in aller Regel schon von weitem hört.
Frage an Radio Eriwan
Wie ist überhaupt der folgende Fall zu beurteilen?
Von der Gemeinde ist nur wenig oberhalb meines Wohnortes eine Quartierstrasse zur Erschliessung erstklassigen Baulandes erbaut worden. Der Strasse entlang führen berg- und talseits wunderbare Bruchsteinmauern.
Wie ist es nun, wenn ich da regelmässig klettern gehe, weil ich annehme, die Mauern seien extra zu diesem Zwecke erstellt worden, weil ich keinen anderen Grund sehe und in meiner Naivität vor allem auch nicht annehmen will, die Mauern seien zur Begünstigung der lokalen Baufirma angefertigt worden. Wie ist es nun, wenn ich da runterfalle, weil ein Stein locker ist, und die Gemeinde es versäumt hat, den unbedarften Kletterer auf Gefahren und vor allem auf die Gefahr lockerer Steine hinzuweisen - ich meine wer haftet dann? - Ich meine, wer zahlt mir Schmerzensgeld für eine gequetschte oder vielleicht sogar gebrochene Rippe? - schlechtes Beispiel: bei einer gebrochenen Rippen entstehen keine Arztkosten, weil sowieso nichts zu machen ist. Also, wer kommt für die medizinischen Kosten und für die Kosten auf, die der Menschheit entstehen, weil ich nicht arbeiten kann, weil ich mir beim Sturz einen Finger gebrochen habe.
Und wie ist der Fall zu beurteilen, wenn ich auf die Glasscherben falle, die wohl von einer Flasche herrühren, die von Jugendlichen oder von einem Trunkenbold an die Mauer geschmettert worden war. Im letzten Fall: ist es der Vater, das Kind, die Schulbehörde, der Gebindehersteller, die Gemeinde oder sogar ich, weil ich eine Risikosportart ausgeübt habe.













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