Brig - Gspon

Verschiedene Varianten sind möglich.

dritte

Über Visp - Visperterminen - Birch (Rückweg über Hunzikerweg)

zweite

Über Gibidum und Ochsehorn

erste

Über Nanztal und Gibidumpass

Brig - Visp - Visperterminen - Birch - Gspon und Gspon - Hunzikerweg - Ackersand - Visp (13.10.2011)

Die folgenden Bilder sind am 08.10.2011, anlässlich einer Wanderung von Visp über Visperterminen und Riedji, gemacht worden.

Dies ist eine schöne Wander- und Jogging-Strecke. Die Route kannst durch Anklicken der GPSies-Symbole unten selber nachverfolgen. Wahrscheinlich ist das für mich der schnellste Weg von Brig nach Gspon. Der auf dem Rückweg eingeschlagene Hunzikerweg war neu für mich. Es ist ein Umweg, um nach Visp zu gelangen. Der Weg ist aber sehr schön - vor allem vom Gefälle her.

Hinweg

GPSies - brig_visp_visperterminen_birch_gspon

Rückweg

GPSies - gspon_hunzikerweg_ackersand_visp

Brig - Gamsen - Gibidum - Ochsehorn - Wyssgrat - Gspon (06.10.2010)

Ich stelle diese Tour unter das Motto

 

"digitaler Demenz im Alltag wirksam vorbeugen".

 

Der Begriff der digitalen Demenz ist mir kürzlich am Schweizer Fernsehen zum ersten Mal begegnet. Du kannst die Sendung nochmals anschauen (Link unten).

 

Digitale Demenz beinhaltet also nichts anderes als die Verkümmerung des menschlichen Hirns wegen übertriebenen Gebrauchs von Handys, Navigationssystemen, Rechnungsmaschinen und anderen. Wir können nicht mehr mündlich rechnen, wir können keine zwei Telefonnummern mehr im Kopf behalten, und wir können uns im Gelände ohne GPS nicht mehr zurechtfinden, weil dies alles von den modernen Helferlein getan wird. Die Unterbeanspruchung gewisser Hirnpartien führt zu deren biologisch nachweisbaren Verkümmerung. Die brachliegenden Hirnregionen werden von uns nicht sonst irgendwie positiv genutzt, weil wir die digital-freie Zeit auch vertrödeln. Hangen wir nicht am Handy, dösen wir vor dem Fernseher oder dem PC.

 

Am Tage dieser Tour bin ich erst einmal ganz heftig erschrocken. Um die Mittagszeit rief mich ein Lehrerkollege daheim wegen einer schulischen Angelegenheit an. Er war erstaunt, dass ich bei dem prachtvollen Wetter überhaupt zu Hause war. Und erst in diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich im Begriffe war, den wohl letzten Sommertag mit irgendeinem digitalen Unsinn daheim in meinen vier Wänden zu verbringen. Und damit wurde mir auch gleichzeitig bewusst, dass ich auch auf dem besten Weg zu digitaler Demenz war.

 

„Surf less and climb more!“

 

rief ich mir in allerletzter Minute in Erinnerung und brach noch geschwind zu einer Bergtour auf. Brig Bahnhof ab 13:00 Uhr.

 

Der eigentliche Grund, dass ich überhaupt zu Hause war, war, dass ich ausnahmsweise an diesem meinem freien Tag nicht von Kopfweh geplagt wurde. Und so blieb mir armem Tropf nichts anderes übrig, als einmal ganz heftig zu arbeiten. Wäre ich schon am Morgen auf Tour gegangen, hätten mich bestimmt heftige Gewissensbisse geplagt, und die Folge daraus wäre auch heftiges Kopfweh gewesen.

 

Nicht nur Bergsteigen ist eine gute Medizin gegen digitale Demenz, ebenso wirksam ist heftiges Nachdenken. Hier daher ein grosses mathematisches Problem, das geeignet ist deine Gehirnzellen zu aktivieren.

 

Stellen wir uns vor, wir seien in einer Bibliothek. Da gibt es Wanderbücher, Kletterführer, Skitourenbücher, Eiskletterführer, Bergbücher, und so weiter, und zwar in jeder Menge. Jetzt gibt es natürlich auch allerlei Kataloge, zum Beispiel einen Katalog, der alle Wanderbücher aufführt, oder einen anderer Katalog, der alle Kletterführer enthält. Es gibt Kataloge, die sich selber enthalten, und solche die dies nicht tun. Ist ja klar, wenn ich einen Katalog mit allen Bergbüchern der Bibliothek erstelle, kann ich den Katalog selber im Katalog auch aufführen, immerhin ist er auch ein Bergbuch. So weit so gut. Bis irgendeines Tages jemand kommt, um einen Katalog zu erstellen, der alle Kataloge enthält, die sich selber nicht enthalten. Soll er jetzt seinen eben erstellten Katalog darin aufführen oder nicht? Dies führt unmittelbar zu einem Dilemma und zu einem grossen Problem für die Mathematik. Wenn er seinen Katalog im neuen Katalog aufführt, führt er darin einen Katalog auf, der sich selber enthält. Er kommt also seiner Absicht, einen Katalog zu erstellen, der alle Kataloge enthält, die sich selber nicht enthalten, nicht nach. Es bleibt ihm nur die Möglichkeit, den Katalog nicht aufzuführen. Oh Schreck!- damit führt er einen Katalog nicht auf, der sich selber nicht enthält. Ob du es glaubst oder nicht: dieser Widerspruch ist für die Mathematik ein ernsthaftes Problem.

 

Dieses Beispiel eines Paradoxes war wohl kein Problem für dich. Falls du es etwas konkreter haben willst, kannst du dir die Sache auch so vorstellen: Der Kommandant einer Armeeeinheit befiehlt einem Soldaten, der zugleich Friseur ist, alle zu rasieren, die sich nicht selber rasieren. Das geht solange gut, bis der Friseur selber an der Reihe ist. Falls er sich selber nicht rasiert, rasiert er einen Soldaten nicht, der sich selber nicht rasiert. Er kommt dem Befehl des Kommandanten also nicht nach. Rasiert er sich selber dann doch, rasiert er jemanden, der sich selber rasiert. Und das entspricht dem Befehl auch wieder nicht.

 

Wenig ist also im Leben so einfach, wie es effektiv scheint. Derjenige Kollege, der mich an diesem Tag zur Mittagszeit angerufen hat, hat mir übrigens einmal vorgeworfen, dass es in meinen Berichten oft an einem roten Faden fehle. Abgesehen davon, dass ich auf meinen Touren überhaupt nicht auf einen roten Faden angewiesen bin, und auch nicht auf einen blauen - um ehrlich zu sein: auf gar keinen Faden, mag er ja recht haben. So wird er wahrscheinlich auch in diesem Bericht wieder den roten Faden missen. Vor allem dann, wenn ich jetzt sage, dass ich eigentlich auf diese Tour gegangen bin, um meine Mutter in Staldenried zu besuchen.

 

Wer mich kennt, dem ist sicher verständlich, dass ich meine Mutter in der Regel nicht auf kürzestem Wege besuche. Hier auf dieser Tour habe ich sie über vier Berge besucht. Und, um den roten Faden wieder aufzunehmen, liegt genau in diesen vier Bergen das eigentliche Problem.

 

Ich habe die Berge an diesem Tag wieder vom Bahnhof Brig aus bestiegen. Es ist ja klar, dass ich einen Katalog habe mit allen Bergen, die ich von Brig aus bestiegen habe. In diesem Katalog ist jeder Berg nur einmal aufgeführt. Immerhin bin ich doch nicht doof. Was soll ich aber mit den Bergen machen, die ich zum zweiten, oder dritten, oder … x-ten Male bestiegen habe? Es wäre ja schade, wenn ich die nicht auch irgendwie sammeln würde. Dies hat mich schon vor zwei-drei Jahren veranlasst, geheime Listen zu führen, wo ich Berge sammle, die ich eigentlich gar nicht sammle. Und diese Listen werden auch immer länger und länger. Kann man aber überhaupt Dinge sammeln, die man gar nicht sammelt? Oder anders gefragt: Was passiert mit diesen Dingen, die ich nicht sammle, wenn ich sie gleichwohl sammle?

 

Es ist ja auch bekannt, dass ich nur Gipfel sammle, die die Bezeichnung „Berg“, „Horn“, „Mont“, und ein paar andere mehr, tragen. Ausgerechnet gestern habe ich auch wieder einmal den Weissgrat überstiegen, und zwar auch von Brig aus. Als schöner Grat, mit einer doch einigermassen markanten Erhebung, gehört er zu den 100 schönsten Touren in den Walliser Alpen. Als reiner Grat passt er aber gar nicht in meine Sammlung von Briger Gipfeln. Ironie des Schicksals: der Weissgrat ist der von mir seit früher Kindheit an bei weitem am meisten bestiegene Gipfel. Damit habe ich ihn schon zu sammeln begonnen, als ich noch nicht einmal die Schuhe selber heften konnte. Damit gehört ausgerechnet der von mir am häufigsten bestiegene und gesammelte „Berg“ nicht in meine Sammlung.

 

Du siehst, dass sich Mathematiker und Bergsteiger in ganz banalen Fragen recht nahe kommen können, und dass sie sich doch mit im Alltag ganz relevanten Fragen beschäftigen. Ich sage mir immer, dass ich trotz allem doch ein recht harmloser Sammler bin. Stell dir vor, ich wäre Bierdosen-, oder Weinflaschensammler, oder sogar Autosammler - was da bei meinem Ableben alles entsorgt werden müsste! Meine Sammlungen können mit einem einzigen Mausklick ins Jenseits befördert werden. Und schon wieder ein Widerspruch: obwohl sie in digitaler Form erstellt werden, bewahren sie mich vor digitaler Demenz, weil ich mir bei ihrer Erstellung sehr oft wegen technischer Fragen den Kopf zerbrechen muss. Und dies ist ja sehr wirksam gegen Demenz. Vielleicht führen die Sammlungen aber auch zu digitaler Demenz, und ich merke es noch nicht. Lasst uns jetzt mal eine Sammlung von allen möglichen Sammlungen erstellen - oder erstellen wir doch liebe gleich einen entsprechenden Katalog …

 

Um zurück zum roten Faden zu finden: ich wollte hier doch auch ein wenig der digitalen Demenz der Leser meiner Site vorbeugen. Kopfrechnen, und überhaupt so überschlagsmässig etwas abschätzen erhalten uns stets frisch im Denken. Immer, wenn ich meine liebe Mutter besuche, gibt es Apfelkuchen - diese runden etwa dreissig Zentimeter im Durchmesser betragenden Kuchen, mit Schlagrahm drauf. In Tat und Wahrheit bin ich mit solchen Kuchen gross und einigermassen stark geworden. So durchschnittlich einen dieser Kuchen habe ich mein ganzes bisheriges Leben lang alle vierzehn Tage gegessen. Unglaublich aber wahr: All diese Kuchen schön aneinander gereiht würden die Fläche des ganzen Kantons Wallis bedecken. Mit seinen 5224 Quadratkilometern ist das Wallis immerhin der drittgrösste Kanton der Schweiz. Wie alt bin ich also? In Anbetracht dessen, dass die Schweiz doch ein sehr kleines Land ist, und das Wallis nur einen kleinen Bruchteil davon ausmacht, mag dies wohl zutreffen.

 

Jetzt noch zur Tour, die doch eine sehr schöne Wanderung ist. Zügigen Schrittes verlässt man den Bahnhof Brig und folgt auf etwas mehr als zwei Kilometern dem rechten Rottenufer, bis es beim Mundbach über die Brücke auf die andere Seite von Fluss und Bahngeleisen hinüber geht. Kurz später traversiert man die Kantonsstrasse, und durchquert das Dorf Gamsen. Ab der Sprengstofffabrik „Explosiv“ folgt man dem schönen Weg nach Rohrberg hinauf. Der gute Weg führt über Wyssi Flüe bis auf das Gibidum hinauf. Viele Höhenmeter sind bis da zu überwinden, genau 1656. Man wird aber auch mit eine wunderbaren Aussicht das Land hinauf und hinab für seine Anstrengungen entschädigt. Weiter geht es dem breiten Grat entlang bis zu den Chrizerhorlini und dann hinunter auf den Gibidumpass. Den restlichen Verlauf der Tour über Rothorn und Ochsehorn bis zum Wyssgrat kann man fast nicht verfehlen. Anfangs ist der Grat noch sehr breit, bis er sich dann etwas zuspitzt. Man kann aber stets einem recht gut präparierten Gebirgsweg mit einigen ganz leichten Kletterpassagen folgen. Etwas mühsamer ist der Schlussteil nach Gspon hinunter. Die Wegfindung ist aber da kein Problem mehr, weil es kaum mehr einen Weg gibt. Am besten steigt man mehr oder weniger in der Vertikalen nach Häüschbiele ab. Von dort folgt man dem Alpweg bis Gspon. Zwei Restaurants ermuntern einen dort noch zu einem Bier oder zwei.

 

Gutgelaunt und in der festen Überzeugung, etwas gegen die eigene digitale Demenz getan zu haben, besteigt man in Staldenried die Seilbahn nach Staldenried und Stalden.

 

Die Wanderung ist übrigens 23 Kilometer lang, und es sind 2500 Höhenmeter zu überwinden.

 

Demjenigen, der mich zur Mittagszeit angerufen hat, sei noch gesagt, dass man auch mit dem Fahrrad vom Gibidum nach Gamsen oder Eyholz hinunter fahren kann. Es waren in der Tat einige Spuren sichtbar.

 

Das Gibidum hat ein paar landschaftliche Reize. Nicht zuletzt der schöne Gebirgssee zieht immer wieder Leute an. Seiner Exponiertheit wegen ist das Gibidum recht windig. Es ist ein Paradies für Liebhaber des Modellsegelflugzeugbaus. Andrerseits ist die Aussicht phantastisch. Mein Blick fiel für Sekunden auf Dom, Weisshorn und Matterhorn. Fast wie Roger Federer über seine Grandslamtittelsammlung schwärmt, geriet ich ins Schwärmen über meine Gipfelsammlung. Natürlich täte ich auch aus finanziellen Überlegungen lieber Tennistrophäen sammeln, aber dazu fehlt mir halt das jugendliche Alter. Hätte ein anderer die drei erwähnten Gipfel vom Bahnhof Brig aus bestiegen, würde ich es ihm wohl nicht glauben. Wenn man es aber selber gemacht hat, ist es fast das Selbstverständlichste der Welt. Ich kann halt auf eine mentale Kraft in meinem Hirn zurückgreifen, die für immer mein Geheimnis bleiben wird, und die mich wohl noch einige andere Gipfel hinauf treiben wird - immer vorausgesetzt natürlich, ich bleibe gesund und munter. Nur noch eines zu dieser Kraft: sie befindet sich nicht nur in einer Ecke des Hirns.

Brig - Schratt - Gibidumpass - Gspon (01.09.2011)

24 Kilometer und 1729 Höhenmeter sind zu bewältigen. Auf der ganzen Strecke folgt man einem sehr guten Weg. Die Kilometer- und Höhenangaben schliessen einen Besuch der Chrizerhorlini (2297) ein. Diese befinden sich nur 100 Meter höher als der See - ein schöner Aussichtspunkt.

 

Man beginnt die Wanderung auf dem Bahnhof Brig, und begibt sich zur von weitem sichtbaren Kirche von Glis. Unmittelbar nach der Kirche führt eine Strasse das Dorf hoch. Dieser Teil des Weges kann auch mit dem Ortsbus, der vom Bahnhof Brig bis ins Holzji fährt, bewältigt werden. Man folgt dem Weg bis Schratt (1239), wo man ins Nanztal einbiegt. Die nächsten Wegpunkte sind Mättwe (1826), Gibidumpass (2201), Sädolti (2195) und Gspon (1893).

 

Der gesamte Weg kann sehr gut auch mit dem Mountainbike zurückgelegt werden

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