Zypern (Oktober 2016)

Noch mehr Eindrücke

Ach, die Zeit vergeht so schnell, und die Zypernferien sind schon so lange vorbei. Ich weiss nun gar nicht mehr, was ich da alles für Eindrücke hatte. Meine Frau hat dort den Esel-Führerschein geschafft. Sie ist jetzt befähigt, Europaweit Esel zu füttern, zu reiten und wieder sicher in den Stall zurückzuführen. Ich habe nur dem theoretischen Teil der Ausbildung beigewohnt. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich grosse Mühe, die non-verbalen Mitteilungen und Körpersignale dieser an und für sich gutmütigen Tiere richtig zu deuten. Das mag lächerlich und banal klingen, ist es aber nicht - weisst du etwa, was es bedeutet, wenn der Esel seine langen Ohren scharf nach hinten am Kopf anlegt, oder wenn er dieselben eindeutig nach oben streckt? Die richtige Deutung dieser Signale macht den erfolgreichen Eselreiter aus. Eine Fehlinterpretation kann zum unmittelbaren Abwurf und zu unnötigen blauen Flecken führen. Wie gesagt habe ich aus meinem Unvermögen heraus auf die praktische Ausbildung verzichtet. Heute reut es mich ein wenig, dieses Esel-Reiter-Diplom nicht an meiner Zimmerwand hängen zu sehen.

Eindrücke

Hier noch ein paar Eindrücke von den Ferien auf Zypern im letzten Oktober. Auch in einem fremden Land interessieren mich vor allem die Menschen (nebst vielleicht tollen Landschaften). Und so gab es doch einige spontane Kontakte. Wobei es nicht leicht wahr, echte Zyprioten ausfindig zu machen. Überall in Europa sehen die Menschen heute fast gleich aus, sind gleich gekleidet und wursteln nur noch an ihrem Handy herum. Und so war ich von meinen fotografischen Erfolgen doch auch etwas enttäuscht. Hier nachstehend ein paar Eindrücke - wie gesagt: vor allem Menschen.

Party Time

Während andere gerne ihren Hund oder ihre Katze Spazieren führen, mache ich das gleiche gerne mit meiner Kamera. So auch an diesem Abend in Zypern. Meine Frau war von den vorausgehenden Aktivitäten müde geworden, lag jetzt schon im Bett, und so war ich alleine unterwegs. Ayia Napa ist ja DER Party Ort im südlichen Mittelmeer. Wie es im Meer von Fischen wimmelt, wimmelt es an unserem Ferienort von Bars, Restaurants und Discos. Während der Hochsaison geht da recht die Post ab - habe ich sogar von jemandem in der Schweiz vernommen.

 

In einem der Restaurants wurde Saison Abschluss gefeiert. Alle Sänger und Sängerinnen, die im Sommer für Unterhaltung gesorgt hatten, traten nochmals auf. Zuschauer hatte es nur wenige. Es war für mich leicht, einen Tisch direkt an der Bühne zu ergattern. Ich trank ungefähr drei Gläser Bier, und fotografierte das Geschehen auf der Bühne. Da ich nicht gerade der ständige Partygänger bin, faszinierten mich die Auftritte sehr. Auch fand ich das Niveau der Darbietungen sehr hoch. Ob es wirklich hoch war, kann ich aber nicht beurteilen, da ich nicht der ständige Partygänger bin.

 

Das Licht war zum Fotografieren nicht ideal. Ich brach alle Regeln der Kunst - und fotografierte mit sehr hoher ISO-Zahl. Die Bilder sind nicht scharf. Auch rauschen sie wie das Meer. Und doch meine ich, dass sie die Stimmung auf der Bühne recht gut herüberbringen.

 

Einen grossen Fehler habe ich in Zypern gemacht. Ich habe meine Kamera, von der ich mich sonst doch nie trenne, auf der Rückreise mit dem üblichen Gepäck aufgegeben. Gut gepolstert war sie in meinem Fotorucksack - nichtsdestotrotz stellte ich abends daheim fest, dass sie so kaputt war, wie sie nur kaputt sein konnte. Jedenfalls zeigten ein paar lebenswichtige Funktionen keine Reaktion mehr. Gesamtschaden Fr. 681.55.

 

Stellt sich die Frage, wieso ich die Kamera auf der Rückreise nicht ins Handgepäck nahm, wie ich es auf der Hinreise getan hatte. Die Erklärung ist so einfach, wie sie einleuchtend ist. Als ich auf dem Flug nach Zypern aus zehntausend Meter Höhe ins kalte Meer hinunter schaute, begann mir um meine Kamera zu bangen. Was würde aus ihr bei einem Sturz aus dieser unvorstellbaren Höhe werden? Und so hielt ich sie ganz fest und nahm mir vor, sie auf dem Rückweg lieber ganz fein gepolstert im Rucksack zu verstauen. Dort würde sie bei einem Absturz des Flugzeugs sicher ein nicht so tragisches Ende finden.

 

Ich als Selten-Flieger liess den Platz am Fenster meiner Frau. Schaute aber trotzdem hin und wieder verstohlen in die unsägliche Tiefe. Rein statistisch betrachtet, weiss man, dass Flugzeuge nur selten abstürzen. Und trotzdem liess mir meine Phantasie keine Ruhe. Ich konnte mir aber schlicht und ergreifend nicht vorstellen, was mit mir bei einem zehntausend Meter Sturz passieren würde. Es würde wohl wenig fehlen, und ich Nichtschwimmer würde im Mittelmeer ersaufen. Glaube nicht, dass mich diese mickrige Schwimmweste, die sich direkt unter meinem Sitz befand, halten würde. Sekunden später machte ich mir grosse Sorgen wegen der Kälte des Wassers um diese Jahreszeit. Machte meiner Frau Vorhaltungen, wieso man ausgerechnet während der kalten Jahreszeit habe in ein Flugzeug steigen müssen. Klammerte mich in der Folge noch mehr an meine Frau. Dies brachte das Flugzeug zusätzlich ins Strudeln.

Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)
Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)

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