Gipfel am Monte Moro Pass (17.07.2017)

Fast vier Jahre waren seit meiner letzten grösseren Tour vergangen - um genau zu sein 1390 Tage. Eine lange Durststrecke! Es fehlte mir in dieser Zeit einfach an der Motivation, das heisst an der Freude und Begeisterung und an der Bereitschaft, die eigene Trägheit zu überwinden. Ich konnte mir einfach nicht mehr vorstellen, wie ich es damals immer wieder geschafft hatte, abends oder mitten in der Nacht aufzubrechen, um dann viele Stunden lang zu marschieren - mitten durch die kalte und einsame Nacht.

 

Doch plötzlich war die Motivation für „Grosstaten“ wieder da; es hatte mich erwischt - wie ein Blitz aus heiterem Himmel, oder wie Amors Pfeil des Jünglings Herz durchstösst, in ihm die Liebe entfacht, ihn nur noch an sein Liebchen denken und auf dem Weg zu ihr Berge und Täler durchstreifen lässt, oder ihn zu sonst irgend einem Blödsinn veranlasst.

 

Die Berge um den Monte Moro Pass waren mir anlässlich einer vor ein paar Tagen dort unternommenen Wanderung aufgefallen. Aus Distanz betrachtet schienen sie mir im Rahmen meiner momentanen Möglichkeiten besteigbar zu sein. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die Überschreitung des Grates vom Joderhorn bis zum letzten Gipfel nicht gerade immer sehr leicht ist - auf alle Fälle muss man trittsicher und schwindelfrei sein. Auch ist das stundenlange Gehen über Steine eine etwas besondere Angelegenheit.

 

Auf dem Bahnhof in Brig brach ich um null Uhr null mit Freude und grosser Dankbarkeit auf. Ich war sehr froh, die Tour unternehmen zu können und stimmte zwei-drei Loblieder auf meinen Schöpfer an. Später lauschte ich während Stunden Podcasts von „The Naked Scientist“. Und so verging die Zeit bis ins hinterste Saas eigentlich recht schnell, und alles war wie damals. Auch war ich sehr froh, dass mein Körper freudig mitmachte, nicht krähte wie ein Hahn, auch nicht ächzte und krächzte oder grunzte wie ein Schwein.

 

 

Ob die Motivation anhält?

Hier meine Marschzeiten und ein paar Bilder (man hat auf dieser Tour einen grossartigen Blick auf die Monte Rosa Südflanke).

Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)
Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)

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