Simelihorn, alias Mattwaldhorn (3246)

Von Saas-Balen aus und bis nach Gspon (20.10.2017)

Seit mehr als einem Monat habe ich hier auf meiner Site nichts mehr publiziert. Ich bin selber erschrocken, denn ich bin noch in keinster Weise tot. Auch bin ich nicht nicht-motiviert, denn ich hätte noch so viele Bilder, die ich hier hochladen könnte; und da wären auch noch einige Geschichten, die ich erzählen könnte. Ich hatte schlicht und ergreifend keine Zeit, weil hunderte Bilder von zwei Hochzeiten zu bearbeiten waren.

 

 

Dies hätte mein 14. Weg von irgendwo nach Gspon werden sollen. Ich wollte vom Simplon über den Sirwoltesattel, das Mattwaldhorn und den Wyssgrat zu meinem Chalet in Gspon gelangen. Fahrplan lesen sollte man können! Das Internet hatte mir eine Verbindung auf den Simplon ausgespuckt, die es gar nicht gab. Und so fuhr ich halt mit dem Postauto nach Saas-Balen. Um 15:00 Uhr brach ich dort nach dem etwas höher gelegenen Simeli-/Mattwaldhorn auf. Rund 1800 Höhenmeter waren zu überwinden. Die Zeit liess mich etwas im Stich, denn ich brauchte bis zum Gipfel länger als ich geahnt hatte - so 3 Stunden und 23 Minuten. Die Gegend vom Siwibode und der Mattwaldalpa sind sehr schön. Das einzige Problem: der Weg bis zum Gipfel zieht sich in die Länge. So passierte, was passieren musste: ich landete beim Abstieg schlussendlich in dunkelster Finsternis. Aus dem Abstieg über dem Wyssgrat wurde nichts, und so stieg ich direkter nach "Ze Wiedlinu" ab. Zeitweise fühlte ich mich wie ein Geist, jedenfalls nicht wie ein Mensch, denn über längere Strecken sah man vom Weg überhaupt nichts. Und ich fiel nie hin. Beim Sänntum befand ich mich plötzlich inmitten eines Rudels Gämsen, die mich aufgrund des Windes nicht gewittert hatten. Schemenhaft stieben sie in der Finsternis davon. Erst am Schluss, schon in der Nähe des Chalets, lief ich in einen Schafgehege, fiel in eine Wasserleite und wurde ein wenig nass. Glücklicherweise führt die „Gsponeri“ jetzt kaum mehr Wasser, sonst wäre ich puddelnass geworden.

Besteigung von Gspon aus und Fortsetzung auf den Simplon (17.04.2014)

Diese Tour muss wiederholt werden - am besten beim nächsten Schönwettereinbruch.

Ich bin schon ein paarmal mit Ski von Gspon auf den Simplon gelaufen, jedoch noch nie in dieser Version: Gspon - Wyssgrat (2763 - grosser Stein) - Lägunde Tschuggo - Findletälli - Mattwaldhorn - Obers Fulmoos - Sirwoltesee - Chlusmatte - Engiloch. Der aufregendste Teil der Tour war die Abfahrt über die Nordflanke des Mattwaldhorns hinunter. Ich weiss nicht, ob da schon mal jemand abgefahren ist - auf alle Fälle ist dies nicht gerade eine Standardtour. Vor zwei-drei Jahren bin ich da mal im Sommer aufgestiegen. Und nun hatte ich die Abfahrt zwei Tage vorher vom Simpler Galehorn aus gesehen und studiert. Sie hat sich durchaus gelohnt. Zum Teil traf ich im oberen Drittel sogar noch Pulverschnee an. Dann gab es harte Hänge und ganz unten war wunderbarer Sulzschnee. Vom Gipfel fährt man zuerst fünfzig Meter südlich in ein Couloir hinein, das zuoberst eine grosse Schneewechte aufweist, fährt rund dreissig Meter dieses Couloir hinunter und zieht dann links hinüber in die Nordflanke. Dort warten grossartige Schneehänge auf einen. Ein neues Projekt wird die Abfahrt durch das lange (400 Höhenmeter) Couloir sein. Sommers bin ich da auch schon abgestiegen.

 

Ab Obers Fulmoos wartet nochmals ein kürzerer Aufstieg auf den Tourer. 320 Höhenmeter sind hier zu überwinden. Und dann gibt es die zweite wunderschöne Abfahrt nach Chlusmatte hinunter. Dort war der Schnee auch gegen 14:00 Uhr mehrheitlich noch sehr hart, so dass ich ganz kräftig durchgeschüttelt wurde. Gleichzeitig wurden alle meine Muskeln gelockert und entschlackt.

 

Man tut gut daran, vorgängig den Busfahrplan zu studieren. Busse sind in dieser Gegend eher rar. Vor Jahren mussten wir einmal stundenlang auf eine Verbindung zurück in den Norden warten. Diesmal klappte es auf die Minute genau - ich hatte den Fahrplan natürlich nicht studiert.

 

Schon vor vielen Jahren hatte ich aufgeschrieben, dass es eine schlechte Idee sei, ab Grossem Stein hinüber nach „Lägunde Tschuggo“ zu traversieren. Und trotzdem machte ich es wieder, mit der Folge, dass ich einige Male die Ski ausziehen musste. Zudem galt es ein paarmal, einige Meter abzufahren. Ich schreibe es nochmals: viel gescheiter ist, man steigt bis Ende Wyssgrat auf und fährt dann ins Findletälli ab.

 

In Gspon ging ich am Morgen noch Sonnenaufgänge und Monduntergänge und Gämsen fotografieren. Die Nacht war kalt gewesen, am Morgen war alles gefroren, und ich konnte mich nur mit Gewalt von meinem Chalet losreissen. Eine gute viertel Stunde müssen die Ski jetzt getragen werden, doch dann ab Scheidboden hat es genügend Schnee bis ganz oben. Locker ging ich die Tour an, weil ich am Tag zuvor noch beim Masseur in Staldenried gewesen war - bei mir gibt es halt - wie bei anderen auch - Verhärtungen dort, wo man sie lieber nicht hätte.

Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)
Blick von Gspon auf den Balfrin (06.06.2013)

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